RHG aktuell und kulturell

Die zum Schuljahr 2019/2020 ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe „RHG –  aktuell & kulturell“ setzt sich zum Ziel, gemäß des Leitbildes unserer Schule der Handlungsfähigkeit in einer sich ständig wandelnden Lebenswelt Rechnung zu tragen; wird doch der Bildungsbegriff als ein Prozess des Sich-Bildens, aber auch als ein Zustand des Gebildet-Seins, das in umfassendem Sinne das gesamte Menschsein betrifft, verstanden.

Zielsetzung

„RHG – aktuell & kulturell“ will nicht nur die Schülerinnen und Schüler unseres Gymnasiums erreichen, sondern möchte ein breites Publikum über unsere Schülerschaft hinaus anziehen und folglich unsere Schule nach außen öffnen. In regelmäßigen Abständen, voraussichtlich einmal im Schulhalbjahr, sollen interessante Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Kultur, Literatur etc. an unsere Schule eingeladen werden.

Das RHG versteht sich damit nicht nur als Lernort, sondern auch als Impulsträger vielfältiger aktueller und kultureller Aspekte in unserer Stadt.

„Dem Ricarda-Huch-Gymnasium ist mit seiner Auftaktveranstaltung für eine neue Reihe ein Coup gelungen“ (RP vom 04.09.19).

Am 12.09.2019 konnte Deutschlands bedeutendster und renommiertester Bildungs- und Jugendforscher, Prof. Klaus Hurrelmann, Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance, Berlin, gewonnen werden.

Sein Forschungsinteresse gilt dem Bereich Gesundheits- und Bildungspolitik. Hurrelmann war Gründungsdekan der ersten Fakultät für Gesundheitswissenschaften in Deutschland an der Universität Bielefeld. Hier war er zwölf Jahre als Direktor des Forschungszentrums SFB 227 „Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter“ tätig. Hurrelmann koordinierte den deutschen Beitrag zur internationalen Kinder- und Jugendgesundheitsstudie „Health Behaviour in School-aged Children“ (HBSC) für die Weltgesundheitsorganisation von 1992 bis 2006. Er ist Mitglied des Leitungsteams mehrerer fortlaufender nationaler Studien zur Entwicklung von Familien, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Zuvor war Klaus Hurrelmann Professor für Soziologie an den Universitäten Essen und Bielefeld und hatte darüber hinaus Gastprofessuren an der New York University, New York (USA), sowie der University of California, Los Angeles (USA), inne.

Hurrelmann selbst ist den Schülerinnen und Schülern nicht zuletzt bekannt, da sein metatheoretischer Ansatz – das Modell der produktiven Realitätsverarbeitung – seit Einführung des Zentralabiturs Bestandteil des Kernlehrplans Erziehungswissenschaft ist. Durch seine Medienpräsenz, insbesondere in Rundfunk und Fernsehen, erlangte er auch bei einem breiten Publikum Prominenz. Seine zahlreichen Fernsehauftritte, insbesondere in politischen Gesprächsrunden der ARD und des Senders Phoenix, seien hier nur am Rande erwähnt.

In der bis auf den letzten Platz besetzten Aula unserer Schule referierte Hurrelmann vor vielen aufmerksamen Schülergruppen aus Krefeld und Umgebung, ihren Lehrer*innen und einem breiten – an Einstellungen, Werten und Sozialverhalten von Jugendlichen – interessierten Publikum.

Hurrelmanns Vortrag beschäftigte sich mit der Fragestellung „Wie tickt die ,Generation Greta‘? Neue pädagogische Herausforderungen für Eltern und Schulen“, wobei er Einblicke in den aktuellen Stand der Sozialisationsforschung gab.

Anknüpfend an seine Ausführungen über die Generation Greta –  eine Jugend, die Konflikte konstruktiv aushandeln und diskutieren will, eine Jugend, die sich zunehmend wieder politisiert und eine Generation, die als „digital natives“ eine Welt ohne Internet, Smartphone und soziale Netzwerke überhaupt nicht kennengelernt hat –  entwickelte sich eine spannende und rege Diskussion, in deren Zentrum die Fridays For Future Bewegung und die Digitalisierung standen.

Die Fragen und Anmerkungen der Zuhörerschaft spiegelten ein breites Spektrum der Sichtweisen wider, die Hurrelmann mit empirischen Ergebnissen fundierte.

Im Nachgang der Veranstaltung war Prof. Hurrelmann von dem Abend sehr angetan und äußerte sich sehr positiv über die interessanten Beiträge seitens des Publikums.

Sicherlich haben die Besucher der Auftaktveranstaltung „RHG aktuell & kulturell“ dies auch so empfunden, so stellte die Westdeutsche Zeitung zwei Tage später fest: „Applaus schallte dem Professor vor seinem Vortrag entgegen – danach sollte es noch viel mehr Beifall geben.“

Impressionen:

Ansprechpartner:
Herr Thomas
d.thomas(a)rhg-krefeld.de