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Erfahrungsberichte: Deutsche Schülerakademie
- 25. September 2025
- Gepostet von: RHG-Redaktion
- Kategorie: Veranstaltungen
1. Bericht:
Diesen Sommer hatte ich die besondere Gelegenheit, an der Deutschen Schülerakademie teilzunehmen. Dabei handelt es sich um ein Sommerprogramm für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler, die sich zwei Wochen lang intensiv mit einem Thema auseinandersetzen und in einer großen Gemeinschaft leben. Jedes Jahr finden mehrere Akademien mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten statt. Innerhalb einer Akademie werden wiederum verschiedene Kurse angeboten, aus denen man im Bewerbungsprozess fünf Wünsche angeben darf. Ich wurde letzten Endes der China-Akademie in Coesfeld an der Kolping-Bildungsstätte zugeteilt. Dort belegte ich einen Kurs, der sich mit der Song-Dynastie am Beispiel des berühmten chinesischen Dichters Su Shi beschäftigte.
Der Tagesablauf war klar strukturiert, aber dennoch abwechslungsreich. Morgens starteten wir im Plenum mit kleinen Aufwärmübungen, organisatorischen Besprechungen und der Ankündigung des Tagesrätsels. Anschließend begann die erste Kursschiene, in der wir uns inhaltlich intensiv mit unserem Thema beschäftigten.
Doch die Akademie bestand nicht nur aus den Kursen, sondern wurde auch durch viele sehr unterschiedliche, kursübergreifende Angebote, den sogenannten KüAs, ergänzt. Dabei konnten wir Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst KüAs zu diversen Themenfeldern anbieten, wie etwa Musik, Sprachen, Philosophie, oder Sport. Hier war wirklich für jeden etwas dabei: Von morgendlichem Yoga über das Basteln von Perlenarmbändern, Improvisationstheater, Tanz, Karaoke bis hin zu Stadtbesuchen oder dem gemeinsamen Ansehen des Frauen-EM-Spiels — die Auswahl war riesig. Persönliche Highlights waren etwa der Buchclub oder die Poetry-Slam-KüA.
Nachmittags hatten wir zusätzlich einen Chinesisch-Sprachkurs, bevor es in einer weiteren Kursschiene wieder in die Kursthematik ging. Abends hatten wir Teilnehmenden dann wieder Zeit für KüAs oder es standen gelegentlich gemeinsame Aktivitäten wie ein Sportturnier oder aber eine Nachtwanderung auf dem Programm.
Ein zentrales Ziel der Akademie war außerdem die Dokumentation: Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer sollte eine etwa zweiseitige schriftliche Arbeit zu einem selbstgewählten Aspekt aus dem eigenen Kurs verfassen. Dabei ging es darum, das Gelernte zu reflektieren, ein Thema vertieft zu bearbeiten und die Ergebnisse wissenschaftlich korrekt zu verschriftlichen. Unterstützt wurden wir dabei durch Workshops, zum Beispiel zum richtigen Zitieren. Diese Arbeit war herausfordernd, aber auch sehr bereichernd, weil man am Ende etwas Eigenes in den Händen hielt, das den Kurs abrundete.
Darüber hinaus stand auch das Halten von Präsentationen an der Tagesordnung. Ziel war hierbei die sogenannte „Rotation“, bei der alle Kurse ihre Ergebnisse präsentierten, wodurch man wertvolle Einblicke in die Arbeit der anderen erhielt.
Neben dem Kurs und den KüAs gab es viele weitere besondere Höhepunkte. Beim Zukunftsabend konnten wir zum Beispiel mit Kurs- und Akademieleitung über Studium und Lebenswege ins Gespräch kommen und wertvolle Tipps erhalten. Ein weiteres persönliches Highlight war der Exkursionstag. Man konnte zwischen verschiedenen Optionen wählen und ich entschied mich für eine Fahrradtour zu den Dülmener Wildpferden. Sehr beeindruckend war auch die Live-Schalte, bei der wir mit Schülerinnen und Schülern aus China sprechen konnten, die Deutsch lernen. Ihr Sprachniveau war erstaunlich hoch, weshalb wir uns mit Leichtigkeit gegenseitig Fragen zu unserem Schul- und Alltagsleben stellen konnten. Außerdem fanden spannende Workshops zu Themen wie interkultureller Kompetenz oder anti-asiatischem Rassismus statt, die sehr bereichernd waren. Den feierlichen Abschluss bildete der „Bunte Abend“ am letzten Akademietag, der die Erfahrung dann noch mit musikalischen Darbietungen, Gesang und Theater schön abrundete.
Am meisten geprägt haben mich jedoch die sozialen Begegnungen. Ich habe unglaublich interessante und engagierte Menschen kennengelernt, lange Gespräche bis tief in die Nacht geführt und Freundschaften geschlossen, die noch über die Akademie hinaus bestehen werden. Die Gemeinschaft, das gegenseitige Unterstützen und die gemeinsame Begeisterung für die Themen haben die Zeit in Coesfeld zu einer der intensivsten und bereicherndsten Erfahrungen meines Lebens gemacht. Der Abschied fiel entsprechend schwer, und ich werde die inspirierenden Erlebnisse und Eindrücke noch lange in Erinnerung behalten. Rückblickend kann ich nur sagen: Wer die Möglichkeit hat, an einer Schülerakademie teilzunehmen, sollte diese Chance unbedingt nutzen.
Nava Ebtehaj, Jgst. Q1
weitere Impressionen:
2. Bericht:
Im Shuttlebus sitzend, auf dem Weg nach Hause, blicke ich auf das vertraute Gebäude, das ich für 16 Tage mein Zuhause genannt habe, zurück. 16 Tage voller Aktivitäten: von Karten- oder Volleyball spielen, das gemeinsame Backen um Mitternacht bis hin zu hitzigen Diskussionen über Mathematik. Nichts hätte mich vor dem Akademieleben an Clemenswerth vorbereiten können.
Die Akademie Clemenswerth gehört zur Organisation der Deutschen Schüler-Akademien und bildet einen von vielen Standorten in Deutschland, an der jeweils fünf Kurse für engagierte und leistungsstarke Schüler*innen angeboten werden. Aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands versammeln sich Schüler*innen an solch einer Akademie, um 16 Tage lang gemeinsam zu lernen. Das Kursangebot ist von Standort zu Standort unterschiedlich, streckt sich dabei von Musik bis hin zur Astronomie.
An der Akademie angekommen, habe ich mich angemeldet und meine Koffer im Zimmer abgelegt. Direkt ging es mit einer kleinen Schnitzeljagd weiter, mit vier weiteren neuen Gesichtern, die ich bisher nicht kannte. In Kleingruppen aufgeteilt, machten wir uns also auf den Weg, das Gelände und die vielen Räumlichkeiten des Gebäudes zu erkunden.
Der Ablaufplan der Akademie wurde vor Beginn der Akademie zur Verfügung gestellt und war zeitlich getaktet, jedoch ist die Akademieleitung damit flexibel umgegangen. Das Gefühl von typischen Unterrichtseinheiten war gar nicht der Fall.
Ein typischer Akademietag lief so ab: Nach dem Frühstück und dem Tagesplenum, ging es in die Kurse, mit einer kurzen Unterbrechung einer Kaffeepause. Die Kurse wurden von zwei Expert*innen in ihrem Gebiet passend dem Inhalt des Kurses geführt. Schritt für Schritt begleiteten uns die Tutoren und führten uns in das Thema des Kurses ein. Also in meinem Fall in die Statistik. Nach dem Mittagessen, welches von Gesprächen über Kursinhalte gefüllt war, ging es dann zu den kursübergreifenden Aktivitäten (KüA). Nach dem Mittagessen probte der Chor, welcher im Laufe einer Woche auf 40 Personen anstieg. Alle anderen Teilnehmer hatten währenddessen Freizeit für Aktivitäten, welche andere Teilnehmer organisierten. Nach dem Chor ging es dann in die Kuchenpause und etwas später wieder in die Kurse. Nach dem Abendessen hatte ich das Gefühl, dass die Akademie mit jeder weiteren vergangenen Stunde in die Nacht weiter zum Leben erweckt wurde. Räume wurden mit Gelächter gefüllt.
Abgesehen von der Halbzeit- und der Abschlussparty haben zwei weitere Veranstaltung das Akademieleben geprägt.
Die Sportolympiade, in der die Kurse als Team gegeneinander antraten und außergewöhnliche Aufgaben meistern mussten. Eifrig wurde über die beste Papierbrücke diskutiert oder beim Hobbyhorsing-Parcour mitgefiebert. Die Gewinner*innen durften sich als Erste einen Preis aussuchen.
Die zweite Veranstaltung war wohl mit das Prägendste. Das Abschlusskonzert der Akademie vereinte die harten Stunden des Chors, des Vokalensembles, der Jazzband und Solisten. Auch meine eigene Herausforderung, das Konzert zu moderieren und gleichzeitig im Chor zu singen, wurde nach langen Proben auch gemeistert. In der Kirche der Stadt wurde das Konzert am Abend vor der Abfahrt gehalten.
Bereits nach dem Ende des Abschlusskonzerts begannen die ersten Tränen zu fließen. Langsam, aber sicher begann die Realisation, dass dieser Abend der Letzte sein wird, an dem gemeinsam Karten gespielt, debattiert, gepokert oder über „Mathematik als Geisteswissenschaft“ diskutiert wird.
Im Shuttlebus zum Hauptbahnhof nach Hause trifft auch mich das vereinte Gefühl von „Monaten“ voller aufregender Aktivitäten in Gesellschaft, die ich hinter mir lassen werde. Die Akademie Clemenswerth ist ein Teil der Persönlichkeit aller Teilnehmer*innen geworden. Und obwohl wir aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands kommen, teilen wir eines gemeinsam: die Erinnerungen der Akademie Clemenswerth 2025.
Khang Vu, Jgst. Q1





