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Hinduismus erleben: Religionskurs zu Gast im Tempel der Tamilengemeinde
- 25. Mai 2026
- Gepostet von: RHG-Redaktion
- Kategorie: Religion
Beim Besuch des hinduistischen Tempels der Tamilengemeinde in Krefeld erhielt der Religionskurs der Jahrgangsstufe 9 heute einen spannenden und sehr persönlichen Einblick in den Hinduismus. Begleitet wurde die Gruppe von unserem ehemaligen Schüler Vinith, der 2017 an unserer Schule das Abitur abgelegt hat und sich zwei Schulstunden lang Zeit nahm, den Schülerinnen und Schülern den Tempel und die hinduistische Glaubenspraxis näherzubringen.
Noch vor einigen Jahren befand sich der Tempel am Girmesgath. Inzwischen ist die Gemeinde an die Elisabethstraße umgezogen. Trotz des Standortwechsels fühlen sich die Mitglieder dort nach eigener Aussage sehr wohl. Aktuell zählt die Gemeinde rund 300 aktive Mitglieder in Krefeld.
Besonders beeindruckend war für viele Schülerinnen und Schüler die zentrale Rolle der Schlangengöttin Nagapoosani Amman. Zu ihr wird gebetet, wenn Gläubige sich wünschen, dass persönliche Hoffnungen und Wünsche in Erfüllung gehen sollen. Darüber hinaus erklärte Vinith, dass Götter im Hinduismus nicht als vollkommen fehlerfreie Wesen verstanden werden. Vielmehr seien sie Persönlichkeiten, die in ihrer Vergangenheit selbst Fehler begangen, daraus jedoch gelernt und dadurch Weisheit erlangt hätten. Erst dadurch hätten sie den Aufstieg zum Gott vollzogen.
Auch die täglichen Rituale im Tempel stießen auf großes Interesse. Die Götterfiguren werden jeden Tag vom Priester mit Wasser, Milch und Nektar gewaschen. Daher befinden sich an den Schreinen kleine Abflussrohre, durch welche die Flüssigkeiten nach der Waschung ablaufen können. Manche Gläubige trinken diese benutzte Mixtur sogar, um sich dem jeweiligen Gott besonders nahe zu fühlen. Abends werden Vorhänge und Rollos vor den Schreinen geschlossen, denn nach hinduistischem Verständnis „schlafen“ die Götter dann, wie wir Menschen dies auch tun.
Spannend war außerdem die Diskussion darüber, ob der Hinduismus möglicherweise trotz seiner vielen Gottheiten auch als monotheistische Religion verstanden werden könne. Nach einer verbreiteten Deutung ist der Gott Shiva die zentrale göttliche Wirklichkeit, während andere Götter als verschiedene Erscheinungsformen oder Reinkarnationen dieses einen Gottes betrachtet werden.
Vinith gelang es während der Führung, den Schülerinnen und Schülern den Hinduismus sehr offen und ehrlich zu erklären. Dabei sprach er nicht nur über positive Seiten der (bzw. seiner) Religion, sondern thematisierte auch kritische und fragwürdige Aspekte. Gerade diese Offenheit machte den Besuch für viele besonders interessant und authentisch.
Die Tamilengemeinde lädt außerdem herzlich zum Tempelfest und zur Gottverehrung am 28. Juni 2026 ein.
Ein herzlicher Dank gilt Vinith für sein großes Engagement und die Zeit, die er sich genommen hat, um unserem Religionskurs diese faszinierende Religion näherzubringen.
M.Erkens
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