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Abtauchen in andere Welten – eine Empfehlung
- 9. Juli 2026
- Gepostet von: RHG-Redaktion
- Kategorie: Veranstaltungen
Um ehrlich zu sein, hat eine Lehrerin mich überzeugt, diesen Artikel zu schreiben. Aber sie hat recht: Viele Schüler*innen an unserer Schule lieben das Lesen und die Wahrscheinlichkeit, dass es einigen davon genauso geht wie mir, ist nicht gerade gering.
Was ich damit meine?
Naja, vielleicht kennt ihr das auch: Ihr seid auf der Suche nach einem neuen Buch. Ihr scrollt durch Social Media (Bookstagram, BookTok; was auch immer ihr bevorzugt), aber irgendwie sehen alle Bücher gleich aus und jede Geschichte klingt genauso wie die, die ihr zuvor gelesen habt. Also streift ihr durch die Buchhandlung, aber irgendwie sieht es da nicht wirklich besser aus. Ihr geht in die Mediothek und auch dort… – okay, ich glaube, ihr versteht meinen Punkt.
Wenn ja, dann habe ich jedenfalls einen ganz heißen Tipp für euch: Die „Tauchstation“. Klingt erstmal absurd, aber keine Sorge; für diese Reise braucht ihr weder einen Neoprenanzug noch Sauerstoffflaschen. „Tauchstation“ – zumindest die, die ich meine – ist nämlich in Wahrheit ein Leseclub hier in Krefeld, der vom Niederrheinischen Literaturhaus in Zusammenarbeit mit drei unabhängigen Buchhandlungen veranstaltet wird.
Alle zwei Monate treffen sich dort Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren, um über Bücher zu sprechen. Und am Ende jedes Treffens stellt eine*r der Buchhändler*innen drei Exemplare vor, die die Mitglieder des Clubs bis zum nächsten Mal lesen. Bücher, die man normalerweise vielleicht nicht aus dem Regal nehmen würde. Nicht Nobelpreisliteratur oder verstaubte Werke von irgendwelchen alten, weißen Männern aus dem 18. Jahrhundert, die man im Deutschunterricht liest (sorry, liebe Lehrer*innen), sondern alles von Fantasy über Thriller bis hin zum Familiendrama – aber eben nicht die, die man gerade überall sieht und schon tausendmal empfohlen bekommen hat. Nichts völlig Neues, aber vielleicht ein bisschen anders. Besondere Bücher, die mitreißen, berühren, zum Lachen bringen, manchmal auch zum Weinen – oder einen überhaupt nicht vom Hocker hauen. Aber auch das gehört dazu, denn der Witz besteht darin, sich später mit den anderen Mitgliedern über das Gelesene auszutauschen. Es werden Erfahrungen und Highlights geteilt, Hintergrundwissen zu den Geschichten und Autor*innen preisgegeben, über Figuren diskutiert, darüber gestritten, welche Erzählperspektive die beste ist, gemeinsam gelacht und auch über ziemlich viel anderes gequatscht, was irgendwie mehr oder weniger mit dem Lesen zu tun hat. Und das Beste: Dafür muss man weder Literaturexpert*in sein noch alle Bücher vom letzten Treffen gelesen haben.
Kurz gesagt: Spannende Bücher, nette Leute; darunter vielleicht sogar neue Freund*innen und kostenlose Giveaways wie Lesezeichen oder Notizbücher – was will man mehr? Und wer jetzt immer noch nicht überzeugt ist: Kuchen gibt es auch.
Egal ob ihr erfahrene Leseratten seid, die vom Mainstream gelangweilt sind oder einfach mal etwas Neues ausprobieren wollen, ob ihr die Herausforderung sucht oder nur einen kleinen Zeh aus eurer Komfortzone strecken wollt, ob ihr 95 Bücher in einem Jahr lest oder nur sechs: Schaut doch einfach mal vorbei! Der Leseclub freut sich auf euch.
Der nächste Termin der „Tauchstation“ findet am 19. September von 16 bis 18 Uhr in der Buchhandlung Mennenöh statt.
Mehr Infos findet ihr unter: https://nlh-krefeld.de/projekt-reihen-2026/tauchstation-2026/.
eine Empfehlung von Lucia Rücker, Jgst. Q1

